Contxt, CatalogIt und CollectionSpace: Drei Wege zur Sammlungsverwaltung
CatalogIt verbindet günstige Abonnements mit mobiler Erfassung und einer enthaltenen Online-Sammlung. CollectionSpace bietet verfügbare Open-Source-Software mit Wahlmöglichkeiten beim Betrieb. Contxt setzt auf Schweizer Hosting, automatisierte Datenpflege und mehrsprachige Veröffentlichung. Welche Lösung passt, hängt davon ab, was Ihr Haus im Alltag besonders braucht.
01 / Auf einen Blick
Drei unterschiedliche Betriebsmodelle.
Auf kleinen Bildschirmen lässt sich die Tabelle seitlich verschieben.
| Kriterium | Contxt | CatalogIt | CollectionSpace |
|---|---|---|---|
| Geeignete Einrichtungen | Kleine bis große Häuser | Kleine bis mittlere Häuser; komplexere Anforderungen einzeln prüfen | Kleine bis große Häuser mit passender Betreuung |
| Preismodell | Je bearbeitendem Nutzer; Enterprise nach Angebot | Öffentliche Museumstarife; Zusatzoptionen | Kostenloser Quellcode; Hosting und Leistungen zusätzlich |
| Normdatenunterstützung | Automatische Abgleichvorschläge beschrieben | Kontrollierte Begriffe; Getty-Begriffe und Kennungen | Normvokabulare und lokale Begriffe |
| Automatischer Abgleich | Vom Anbieter beschrieben; fachliche Freigabe | Gleichwertiger nativer Ablauf nicht belegt | Gleichwertiger nativer Ablauf nicht belegt |
| Öffentliche Sammlung | Integrierte mehrsprachige Veröffentlichung beschrieben | HUB enthalten; derzeit keine getrennten Sprachwerte | Public Browser oder API; Mehrsprachigkeit der Umsetzung prüfen |
| Hosting-Standort | Zürich; Backups an einem zweiten Schweizer Standort | Gehosteter Cloud-Dienst; Daten- und Backup-Länder klären | Abhängig vom gewählten Hoster; Eigenbetrieb möglich |
| Open Source | Öffentliche Freigabe steht aus | Nein; kein Eigenbetrieb | Ja; Anwendungsrepository unter ECL-2.0 |
Die Größenangaben sind eine Einschätzung, keine Kapazitätsgrenzen. Normvokabulare, externe Kennungen und automatischer Abgleich sind unterschiedliche Funktionen. Für Preise und Einrichtungsaufwand zählen Ihre tatsächlichen Bestände und Arbeitsabläufe.
02 / Eignung
Wählen Sie einen Betrieb, den Ihr Haus tragen kann.
CatalogIt: gemeinsam und preiswert erfassen
CatalogIt ist eine ernstzunehmende Museumslösung und nicht auf private Inventarlisten beschränkt. Desktop- und Mobilzugang eignen sich für Teams, die Objekte direkt am Aufbewahrungsort dokumentieren. Über den enthaltenen HUB lassen sich ausgewählte Datensätze veröffentlichen.
CatalogIt verdient besonders dann einen näheren Blick, wenn eine gemeinsam nutzbare Sammlung zu überschaubaren laufenden Kosten im Vordergrund steht. Lassen Sie Mitarbeitende ein Objekt fotografieren, den Standort erfassen, eine Person verknüpfen und einen freigegebenen Eintrag veröffentlichen. Prüfen Sie auch Ihre Spezialfelder; eine zugängliche Oberfläche beantwortet noch nicht jede fachliche Anforderung.
CollectionSpace: Open Source mit betreutem Betrieb
CollectionSpace lässt sich selbst betreiben oder als gehosteter Dienst nutzen. Lyrasis empfiehlt seine Hosting-Leistungen für Einrichtungen, die Unterstützung beim laufenden Betrieb wünschen. Ein eigenes Serverteam ist deshalb keine grundsätzliche Voraussetzung.
Verfügbarer Quellcode ist ein handfester Vorteil, wenn Ihr Haus Anpassungen und Betriebspartner selbst bestimmen möchte. Für Konfiguration, Updates, Schnittstellen und Anwenderbetreuung muss trotzdem jemand zuständig sein. Vergleichen Sie ein betreutes Angebot mit einem realistischen Budget für den Eigenbetrieb, einschließlich der Arbeitszeit.
Contxt: Datenpflege und Veröffentlichung verbinden
Contxt richtet sich an kleine bis große Einrichtungen. Der Ansatz ist besonders dort prüfenswert, wo uneinheitliche Namen, doppelte Datensätze und wiederkehrende Übersetzungsarbeit mehr Zeit beanspruchen als die eigentliche Erfassung. Diese Aufgaben sollen mit der Sammlung und den zugehörigen Forschungsunterlagen verbunden werden.
Die Entscheidung braucht deshalb eine andere Begründung als den niedrigsten Abopreis. Lassen Sie nachweisen, ob die Abläufe genügend Arbeit sparen, um die laufenden Kosten für Ihr Team zu rechtfertigen. Für ein kleines Museum mit überschaubaren Anforderungen kann CatalogIt finanziell besser passen; bei verbindlich benötigtem Open Source hat CollectionSpace einen klaren Vorteil.
03 / Daten & Vermittlung
Ein Häkchen in der Funktionsliste reicht nicht.
Normdaten und Datenqualität
CatalogIts Museumsausstattung umfasst kontrollierte Begriffe sowie die Erfassung von Getty-Begriffen und Kennungen. CollectionSpace dokumentiert Normvokabulare. Beides unterstützt eine strukturierte Erschließung, belegt aber noch keinen automatischen Abgleich mehrdeutiger Namen mit GND, SIKART, Getty ULAN und Wikidata.
Contxt beschreibt automatische Vorschläge für Abgleich und Bereinigung mit fachlicher Freigabe. Geben Sie allen drei Anbietern dieselbe Personendublette, eine unsichere Zuschreibung und eine widersprüchliche Datierung. Prüfen Sie Quellen, den Erhalt eigener Forschung und die Möglichkeit, Fragen offenzulassen. Ein nicht belegter automatischer Ablauf ist kein Beleg für fehlende Normdatenunterstützung insgesamt.
Online-Sammlung und Sprachfassungen
Alle drei Ansätze ermöglichen eine öffentliche Sammlung. CatalogIt enthält den HUB. Laut FAQ können Felder Text in verschiedenen Sprachen enthalten; getrennte Sprachwerte werden derzeit jedoch nicht gespeichert. Für eine mehrsprachige Online-Sammlung ist das eine konkrete Einschränkung.
Der Public Browser von CollectionSpace ist ein WordPress-Plugin, das sich selbst betreiben oder durch Lyrasis einrichten und hosten lässt. Contxt beschreibt eine integrierte mehrsprachige Veröffentlichung. Testen Sie jeweils Freigabe, Sprachwechsel, Suche und fehlende Übersetzungen. Klären Sie, wer den öffentlichen Auftritt pflegt und was nach Änderungen am Ausgangsdatensatz passiert.
Auch den nächsten Export prüfen
Ein Tabellenimport kann Beziehungen verlieren oder wiederholte Angaben zusammenziehen. Nehmen Sie deshalb Medien, Namensvarianten, Inventarnummern und vertrauliche Felder in den Testbestand auf. Verlangen Sie eine Liste der Inhalte, die das neue System nicht vollständig abbilden konnte.
Exportieren Sie den Bestand anschließend erneut. Kann ein anderes System Objekte, Personen und Verknüpfungen eindeutig zuordnen? Sind Mediendateien und Rechteangaben enthalten? Quellcode kann individuelle Exporte erleichtern, ersetzt aber keine Prüfung. Dass ein Dienst bequem gehostet wird, ändert daran ebenfalls nichts.
04 / Hosting & Kosten
Standort und Betriebskosten gehören zusammen.
Wo liegen Sammlungsdaten und Backups?
Contxt nennt für seine gehostete Plattform Infrastruktur in Zürich und Backups an einem zweiten Schweizer Standort. Für Museen mit dem Wunsch nach Schweizer Hosting ist das ein klares Auswahlargument.
CatalogIt wird als Cloud-Dienst betrieben und bietet keinen Eigenbetrieb an. Die geprüfte FAQ beschreibt geografisch getrennte Rechenzentren, nennt aber keine Länder. Lassen Sie sich die Standorte bestätigen. Bei CollectionSpace hängt der Standort vom Hoster ab. Im Eigenbetrieb wählt die Einrichtung ihre Infrastruktur selbst und übernimmt die Verantwortung dafür. Klären Sie jeweils auch Backup-Standorte, Supportzugriffe und externe Verarbeitung.
Öffentliche Preise richtig einordnen
CatalogIts kostenpflichtige Museumstarife liegen bei US$540 bis US$960 jährlich. Zehn Nutzer sind enthalten; Datensatz- und Speicherkontingente unterscheiden sich. Weitere Nutzer lassen sich hinzubuchen. Zehn Zugänge sind also keine feste Teamgrenze. Der enthaltene HUB ist vom kostenpflichtigen API- und Website-Zusatzangebot zu unterscheiden.
Contxt kostet laut Preisliste CHF 135 je bearbeitendem Nutzer und Monat bei jährlicher Abrechnung oder CHF 150 bei monatlicher Abrechnung, ohne Mehrwertsteuer. Gastzugänge sind kostenlos und nur lesend. Vergleichen Sie Währung, tatsächliche Bearbeiterzahl und Leistungsumfang. Für ein kleines Team kann CatalogIt beim Abonnement deutlich günstiger sein.
Open Source spart Lizenzgebühren, nicht jede Arbeit
Das Anwendungsrepository von CollectionSpace steht unter ECL-2.0. Hosting, Datenübernahme, Einrichtung und Schulung müssen dennoch finanziert werden. Contxts öffentliche Open-Source-Freigabe steht weiterhin aus und ist deshalb nicht als bereits verfügbare Option gleichzusetzen.
CatalogIt passt, wenn Standardfunktionen und Preis Ihren Bedarf decken. CollectionSpace passt, wenn verfügbarer Quellcode und die Wahl des Betriebsmodells entscheidend sind. Contxt ist prüfenswert, wenn nachgewiesene Entlastung bei Datenpflege und mehrsprachiger Veröffentlichung sowie Schweizer Hosting die Kosten rechtfertigen. Halten Sie diese Prioritäten vor den Vorführungen fest.
05 / Häufige Fragen
Enthält CatalogIt eine öffentliche Online-Sammlung?
Ja. Die Abonnements enthalten die Veröffentlichung über den HUB. API-Zugang und die Einbindung in die eigene Website sind gesonderte Zusatzoptionen.
Ist CatalogIt auf zehn Nutzer begrenzt?
Nein. Die kostenpflichtigen Museumstarife enthalten zehn Nutzer; weitere lassen sich hinzubuchen. Prüfen Sie Nutzer-, Datensatz- und Speicherkontingente des gewählten Tarifs.
Braucht CollectionSpace ein eigenes Serverteam?
Nein. Neben dem Eigenbetrieb gibt es Hosting durch Lyrasis. Datenvorbereitung, Einrichtung und die Schulung der Mitarbeitenden müssen dennoch eingeplant werden.
Welche Lösung ist bereits als Open Source verfügbar?
CollectionSpace ist verfügbar; das Anwendungsrepository verwendet ECL-2.0. CatalogIt ist proprietär. Contxts öffentliche Open-Source-Freigabe steht noch aus.
Welche Lösung unterstützt eine mehrsprachige Online-Sammlung?
Contxt beschreibt integrierte mehrsprachige Veröffentlichung. CatalogIt speichert derzeit keine getrennten Sprachwerte. Bei CollectionSpace wird der öffentliche Zugang über Public Browser oder API umgesetzt; der benötigte mehrsprachige Ablauf muss geprüft werden.
Welche Lösung bietet Schweizer Hosting?
Contxt nennt Zürich und einen zweiten Schweizer Backup-Standort. Bei CollectionSpace hängt der Standort vom gewählten Hoster ab. Die Länder für CatalogIts Daten und Sicherungskopien sollten vorab direkt bestätigt werden.
Quellen und Produktunterlagen · Stand: 8. September 2026
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